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Blitzgeräte für Ricoh-Kameras
 
   
 
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Inhalt:
Allgemeines
Blitzbetriebsarten
Blitzbetriebsmöglichkeiten von Ricoh-Kameras
Verwendbare Blitzgeräte
PX-Blitzgerät
Praktische Verwendung an Ricoh-Kameras
Mit TTL-Blitzsteuerung
Mit Computerblitzgerät und automatischer Blitzsynchronzeiteinstellung
Mit Computerblitzgerät ohne automatische Blitzsynchronzeiteinstellung
Mit manuellem Blitzgerät
Empfehlung
 
Verwandte Themen:
Aufnahmetips für Blitzaufnahmen
Blitzgerät
Akkumulatoren



Allgemeines

Nachfolgend wird beschrieben, was man bei der Verwendung von Blitzgeräten in Verbindung mit den verschiedenen Ricoh-Kameras beachten sollte und wie man sie benutzt. Die Bedienung von Blitzgeräten an Ricoh-Kameras unterscheidet sich von anderen Kameras nicht grundsätzlich. Das nachfolgend Gesagte kann daher problemlos auf andere non-Autofokuskameras übertragen werden, wenngleich die Kamerabedienung im Detail geringfügig abweichen kann. Auch die Blitzgeräte unterscheiden sich abgesehen vom Kameraanschluß meistens nur durch die Form und die technische Ausgestaltung des Reflektors sowie durch die Anordnung der Bedienelemente. Grundsätzliches über den Aufbau und die Funktionsweise von Blitzgeräten erhalten Sie übrigens auf der Seite  Das Blitzgerät und Tips für Blitzaufnahmen unter  Aufnahmetips.


Blitzbetriebsarten

Ob man ein Blitzgerät des Kameraherstellers oder ein passendes Gerät eines Fremdanbieters verwendet, ist bei Ricoh-Kameras völlig gleichgültig, was die Kompatibilität angeht. Meistens sind Geräte von Fremdanbietern bezogen auf den Neupreis preisgünstiger und bieten zusätzliche Möglichkeiten wie z.B. einen Zweitreflektor. Da keine Neugeräte mehr erhältlich sind, relativiert sich allerdings der Preisvorteil; es bleibt aber der Ausstattungsvorteil. Die Bedienung ist in jedem Fall relativ einfach und wird im Absatz  Bedienung beschrieben. Grundsätzlich gibt es über die Ricoh-Modellpalette hinweg 4 Möglichkeiten, die hier kurz beschrieben werden, bevor es in die Praxis geht:

1. Vollmanuelles Blitzen

Von vollmanuellem Blitzen redet man, wenn die Kamera beim Auslösen lediglich einen Impuls ans Blitzgerät sendet, damit dieses die Lichtaussendung startet. Bei dieser Variante muß man alle Parameter von Hand einstellen:

1. Verschlußzeit
Man muß an der Kamera eine Verschlußzeit einstellen, die nicht kürzer als die sogenannte Blitzsynchronzeit ist. Die Blitzsynchronzeit bzw. X-Synchronzeit ist die kürzeste Verschlußzeit, bei der der Verschluß das gesamte Bild komplett freigibt. Bei kürzeren Zeiten bildet der Verschlußvorhang einen mehr oder minder schmalen Schlitz, der über den Film wandert. Da das Blitzgerät nur einen extrem kurzen Lichtblitz aussendet, würde in diesem Fall nur der gerade freigegebene Teil des Films belichtet und nicht das gesamte Bild. Längere Verschlußzeiten sind hingegen möglich.
 
2. Lichtleistung des Blitzgeräts
Die billigsten erhältlichen Blitzgeräte können Lichtblitze nur mit einer einzigen festen Intensität abgeben. Bei besseren Blitzgeräten und erst recht bei Studioblitzgeräten ist die Blitzintensität manuell einstellbar. Man muß die Lichtleistung bei vorgegebenem Abstand zum zu fotografierenden Objekt so wählen, daß sie zur eingestellten Blende paßt und umgekehrt.
 
3. Blende
Die Belichtung kann bei vorgegebenem Abstand zum zu fotografierenden Objekt und bei vorgegebener Lichtleistung des Blitzgeräts nur über die Blende beeinflußt werden. Um den richtigen Blendenwert zu ermitteln, muß man die Belichtung entweder messen oder schätzen. Für eine Messung benötigt man einen Blitzbelichtungsmesser: Man löst manuell einen Testblitz aus und kann am Belichtungsmesser bei korrekt eingestellter Filmempfindlichkeit dann die erforderliche Blende ablesen. Wenn man die Belichtung schätzt, muß man rechnen und Entfernungen einschätzen können. Man teilt die sogenannte Leitzahl des Blitzgeräts durch die Entfernung zum Objekt (bei indirektem Blitzen den gesamten Weg über die Decke/Wand) und erhält so die erforderliche Blende. Bei indirektem Blitzen muß man je nach Oberfläche die Blende gegenüber dem berechneten Wert um bis zu 2 Blendenstufen weiter öffnen.
 
Vollmanuelles Blitzen wird heutzutage mit einer Ausnahme so gut wie nicht mehr verwendet, da es erstens sehr umständlich und fehlerträchtig ist und zweitens das Messen oder Schätzen der Belichtung für "normale" Aufnahmen einfach zu lange dauert. Die erwähnte Ausnahme sind Aufnahmen mit Studioblitzgeräten. Es handelt sich hierbei um meistens große, sehr leistungsstarke, netzversorgte Geräte auf Stativen. Hierbei hat man alle Zeit dieser Welt, Kamera und Blitzgerät (bzw. meistens mehrere Blitzgeräte) richtig einzustellen und die Einstellungen ausgiebig zu überprüfen.

2. Blitzen mit einem einfachen Computerblitzgerät

Sogenannte Computerblitzgeräte besitzen einen eingebauten Sensor, der das vom Objekt reflektierte Licht mißt. Die Blitzgeräteelektronik stoppt die Lichtaussendung, sobald die richtige Belichtung erreicht ist. Gegenüber dem vollmanuellen Blitzen hat dies den Vorteil, daß das Gerät eine veränderte Entfernung zum Objekt automatisch berücksichtigt und man weder einen Testblitz zur Ermittlung der richtigen Belichtung braucht noch rechnen muß. Auch diese Art des Blitzens ist fast völlig ausgestorben, weil man sehr leicht vergessen kann, die Blitzsynchronzeit (oder eine längere) an der Kamera einzustellen.

3. Blitzen mit automatischer Einstellung der Verschlußzeit

Zur vereinfachten Bedienung kann das Computerblitzgerät der Kamera signalisieren, daß es betriebsbereit ist. Hierfür wurde ein zusätzlicher Kontakt zwischen Blitzgerät und Kamera eingeführt. In Verkaufsprospekten von Blitzgeräten taucht in diesem Zusammenhang oft das Wort "dedicated" auf, was soviel heißt, daß ein solches Blitzgerät nur für eine bestimmte Kameramodellreihe mit dieser Eigenschaft benutzt werden kann. Es kommt dabei auf die Anordnung des Zusatzkontaks und die Art des Signals an. Sobald das Blitzgerät Betriebsbereitschaft signalisiert, schaltet die Kamera automatisch auf die Blitzsynchronzeit um, sofern keine längere Verschlußzeit manuell eingestellt ist. Damit fällt eine wesentliche Fehlerquelle weg.

4. Blitzen mit TTL-Blitzsteuerung

Blitzgeräte mit TTL-Blitzsteuerung arbeiten mit der Kameraelektronik zusammen. Eine Blitz-TTL-fähige Kamera besitzt einen zusätzlichen Sensor, der während der Belichtung die Lichtmenge mißt, die vom Film reflektiert wird. Unter Berücksichtigung der Filmempfindlichkeit schaltet die Kamera über einen zusätzlichen Kontakt zwischen Kamera und Blitzgerät die Lichtaussendung ab, sobald die richtige Belichtung erreicht ist. Der am Objektiv eingestellte Blendenwert wird automatisch berücksichtigt, weil der Sensor nur Licht sieht, das durch das Objektiv und damit durch die Blende ins Innere der Kamera gelangt ist. Dies ist sehr komfortabel und vermeidet alle Einstellfehler, die leicht passieren, wenn man in Eile ist.


Blitzbetriebsmöglichkeiten von Ricoh-Kameras

Der Hersteller Ricoh baut schon sehr lange Spiegelreflexkameras. Weil Kameras in der Regel nicht so schnell kaputtgehen, sind auch heute noch zahlreiche Kameras im Einsatz, die einem sehr alten Entwicklungsstand entsprechen. In der nachfolgenden Tabelle ist für einige populäre Ricoh-Spiegelreflexkameras aufgelistet, welche Möglichkeiten Sie hinsichtlich des Blitzens bieten.

TTL-BlitzsteuerungTTL-BlitzbelichtungskorrekturAutom. Blitzsynchronzeit
XR-X 3PFXXX
XR-XX-X
XR-PX-X
XR-20SP--X
XR-7--X
KR10x--X
KR10 Super--X
KR10--X
KR5 Super---
KR5---
Legende:   - = nicht vorhanden     X = vorhanden

TTL-Blitzbelichtungskorrektur heißt hier übrigens, daß man die Blitzbelichtung um einen einstellbaren Wert knapper oder reichlicher einstellen kann. Der Effekt ist der gleiche wie bei der manuellen Belichtungskorrektur für Dauerlicht, nur bezieht er sich ausschließlich auf das Blitzlicht. Diese Funktion ist vor allem dann vorteilhaft, wenn man das Blitzgerät als Aufhellblitz einsetzt. Den Grad der Blitzaufhellung kann man damit unabhängig von der Dauerlichbelichtung beliebig einstellen.


Verwendbare Blitzgeräte

Bevor es darum geht, welche Blitzgeräte man in Verbindung mit Ricoh-Kameras verwenden kann, vorab eine Warnung zu Blitzgeräten, die man nicht verwenden kann, weil sie zu Schäden an der Kamera führen: Es handelt sich um sehr einfache Blitzgeräte, bei denen der Mittenkontakt, über den der Blitz gezündet wird, eine sehr hohe Spannung führt. Erkennen kann man sie meistens daran, daß diese Blitzgeräte nur einen einzigen Kontakt in der Mitte des Blitzfußes haben. Sehr alte Kameras haben mit der hohen Spannung zwar kein Problem, weil die Blitzansteuerung über einen relativ robusten mechanischen Schalter erfolgt, aber die empfindliche Elektronik auch nur halbwegs moderner Kameras wird sehr leicht zerstört, weil sie für diese hohen Spannungen nicht ausgelegt ist. Um die Elektronik zu zerstören, genügt es, ein solches Blitzgerät einmalig mit geladenem Elko kurz aufzustecken, selbst wenn das Blitzgerät ausgeschaltet ist. Sicherheitshalber sollten Sie an solchen Kameras nur Computerblitzgeräte verwenden, bei denen diese Probleme nicht auftreten.

Von Ricoh gab es mehrere Aufsteckblitzgeräte, von denen die Modelle Speedlite 260 (ohne TTL) und Speedlite 300 (mit TTL) am weitesten verbreitet waren. Sie waren allerdings relativ teuer und wenig flexibel. Mehr Möglichkeiten boten und bieten Blitzgeräte von speziellen Blitzgeräteherstellern. Ein sehr bekannter und renommierter Hersteller ist die deutsche Firma Metz. Dort findet man zahlreiche Aufsteck- und Stabblitzgeräte. Der Clou ist, daß diese Blitzgeräte über das von Metz entwickelte SCA-System verfügen. Dies bedeutet, daß das Blitzgerät über einen kameraspezifischen Kameradapter mit nahezu jeder beliebigen Kamera verwendet werden kann. Wenn man sich eine andere Kamera zulegt, muß man daher nicht ein neues Blitzgerät kaufen sondern nur einen neuen Adapter. Die SCA-Adapter kamen auch bei Blitzgeräten anderer Hersteller zum Einsatz, wie z.B. bei Cullmann und Osram.

Für Ricoh-Spiegelreflexkameras kommen die Adpater SCA363 und SCA364 infrage. Der SCA363 ist ein Adapter ohne Möglichkeit der TTL-Messung, während der SCA364 die TTL-Blitzsteuerung unterstützt - natürlich nur dann, wenn Kamera und Blitzgerät entsprechend ausgerüstet sind. Von den Ricoh-Kameras unterstützen nur die XR-X 3PF, XR-X und XR-P die TTL-Blitzmessung. Wenn Sie einen SCA-Adapter kaufen, sollten Sie möglichst auch dann den SCA364 statt des SCA363 kaufen, wenn Ihre Kamera keine TTL-Blitzmessung beherrscht, denn der SCA364 kann mit jeder Ricoh-Spiegelreflexkamera verwendet werden. Sollten Sie später eine Ricoh-Kamera mit TTL-Blitzmessung kaufen, können Sie den Adapter weiterbenutzen. Der Preisunterschied ist ohnehin denkbar gering und bei Gebrauchtkauf zu vernachlässigen.


Bild 1: SCA-Adapter SCA363 und SCA364 für Ricoh

Auf dem Bild sehen Sie links einen SCA363- und rechts einen SCA364-Adapter. Den SCA363 erkennt man außer an der Typenbezeichnung daran, daß er einen Kontaktstift weniger besitzt als der SCA364. Es handelt sich um den Kontakt, der die TTL-Signale überträgt.

Bei den SCA-fähigen Blitzgeräten gibt es ebenfalls solche, die die TTL-Steuerung nicht unterstützen. Mit ihnen ist selbstverständlich auch mit einem SCA364-Adapter keine TTL-Blitzsteuerung möglich, da eine Kette nur so stark wie ihr schwächstes Glied ist. Bevor Sie ein Blitzgerät kaufen, sollten Sie sich darüber informieren, welchen Funktionsumfang das ins Auge gefaßte Blitzgerät hat. Es empfiehlt sich, gleich ein TTL-fähiges Blitzgerät zu kaufen, um nicht ein weiteres Blitzgerät kaufen zu müssen, falls Sie irgendwann einmal eine Kamera mit Blitz-TTL-Messung kaufen sollten.


PX-Blitzgerät

Ein ganz spezielles Blitzgerät soll nicht unerwähnt bleiben. Und zwar handelt es sich um das Modell Speedlite PX, das jedoch nur mit einer einzigen Kamera genutzt werden kann, nämlich der XR-X. Es handelt sich um ein Miniblitzgerät, das nicht auf den Blitzschuh aufgesteckt sondern seitlich ans Gehäuse angeflanscht wird. Seine Leitzahl ist mit dem Wert 12 zwar relativ bescheiden, aber es ist andererseits so klein, daß man es immer an der Kamera angeflanscht lassen kann, ohne daß es stört.


Bild 2: Ricoh Speedlite PX

Dieses kleine Blitzgerät beherrscht sogar die TTL-Blitzsteuerung. Versorgt wird es über die Kamerabatterien; das Einschalten erfolgt automatisch, sobald der Reflektor hochgeklappt wird. Für Schnappschüsse von nicht weit entfernten Personen eignet es sich sehr gut. Wirklich klasse ist es jedoch bei Gegenlichtportraits mit Aufhellblitz. Man kann es auch dann verwenden, wenn man auf dem Blitzschuh ein anderes Blitzgerät verwendet. Mit der XR-X 3PF kann das Speedlite PX übrigens nicht verwendet werden; dies ist aber auch garnicht notwendig, weil die XR-X 3PF bereits ein integriertes Miniblitzgerät mit dem gleichen Funktionsumfang enthält.


Praktische Verwendung an Ricoh-Kameras

Mit TTL-Blitzsteuerung

Am einfachsten ist das Blitzen mit TTL-Blitzsteuerung. Wie schon oben beschrieben, müssen sowohl Kamera als auch Blitzgerät und der ggf. verwendete Adapter die TTL-Blitzsteuerung unterstützen. Schieben Sie hierzu das mit Akkus oder Batterien bestückte Blitzgerät im ausgeschalteten Zustand von hinten in den Blitzschuh der Kamera bis zum Anschlag ein. Bei Stabblitzgeräten wird nicht das Blitzgerät selbst sondern dessen Anschlußkabel in gleicher Weise in den Blitzschuh der Kamera eingesteckt. Hierbei muß ggf. die Rändelschraube am Blitzfuß so gedreht werden, daß die Klemmvorrichtung offen ist.

Dann klemmt man das Blitzgerät bzw. das Anschlußkabel durch Drehen der Rändelschraube fest, damit es sich nicht unbeabsichtigt lösen kann. Nun schaltet man das Blitzgerät ein und stellt den Betriebsmodus TTL ein. Sobald der Elko im Blitzgerät aufgeladen ist, signalisiert das Blitzgerät im allgemeinen die Blitzbereitschaft durch Aufleuchten der Bereitschaftsanzeige sowie ein Symbol im Sucher der Kamera. Gleichzeitig wird die Verschlußzeit der Kamera automatisch auf die Blitzsynchronzeit umgestellt, sofern Sie manuell keine längere Verschlußzeit eingestellt haben. Jetzt müssen Sie nur noch einen geeigneten Blendenwert am Objektiv einstellen, scharfstellen und auslösen - fertig!

Man muß bei aller Automatik beachten, daß das Blitzgerät nur endlich viel Licht abgeben kann. Seine Leistungsfähigkeit wird als praktisch verwertbare Zahl in Form der Leitzahl angegeben. Übliche Aufsteckblitzgeräte besitzten eine Leitzahl zwischen ungefähr 25 und 40, während Stabblitzgeräte sich im Bereich zwischen ungefähr 40 und 70 bewegen. Wenn man die Leitzahl durch die am Objektiv eingestellte Blende dividiert, erhält man die Reichweite des Blitzgeräts. Selbst bei einem relativ leistungsstarken Gerät mit Leitzahl 45 kommt man so noch nicht einmal auf 3 Meter, wenn man Blende 16 verwendet. Ist da Objekt weiter weg, kommt es zur Unterbelichtung, was auch keine Automatik korrigieren kann.

Ist das zu fotografierende Objekt besonders hell oder besonders dunkel, muß man wie auch bei Dauerlicht korrigierend eingreifen, weil die Automatik auf ein mittleres Grau kalibriert ist (sogenanntes 18%-Grau). Die Automatik, die ja nicht wissen kann, ob das Objekt dunkel oder hell ist, will daher weiße Gegenstände genauso wie sehr dunkle Gegenstände so belichten, daß sie grau erscheinen.

Einen Sonderfall bilden das eingebaute Blitzgerät (XR-X 3PF) sowie das  PX-Blitzgerät(für XR-X). In beiden Fällen handelt es sich um vollwertige TTL-Blitzgeräte, und beide können nicht nur als Immer-dabei-Blitzgerät mit recht geringer Leitzahl sondern auch gemeinsam mit einem externen Blitzgerät verwendet werden. Dies kann man beispielsweise gewinnbringend nutzen, um indirektes Licht eines externen Blitzgeräts mit dem gerichteten Licht des integrierten/ansteckbaren Blitzgeräts zu kombinieren.


Mit Computerblitzgerät und automatischer Blitzsynchronzeiteinstellung

Die Handhabung bezüglich des Aufsteckens des Blitzgeräts unterscheidet sich nicht von der Variante mit TTL-Blitzsteuerung. Zusätzlich muß man am Blitzgerät die Filmempfindlichkeit und die am Objektiv eingestellte Blende einstellen. Bei einfacheren Computerblitzgeräten kommt erschwerend hinzu, daß sie keine freie Blendenwahl ermöglichen, d.h. man kann bei diesen Geräten nur zwischen meistens 2 oder 3 Blendenwerten wählen, die auch noch abhängig von der Filmempfindlichkeit sind. Beispiel: Wenn ein Blitzgerät bei 100ASA die Blendenwerte 2,8 und 5,6 zuläßt, verschieben sich diese Werte bei 200ASA auf Blende 2 und 4. Man muß also ggf. am Objektiv einen anderen Wert einstellen.

Wenn Sie Filter verwenden, die Licht schlucken, oder wenn Sie Makroaufnahmen mit einem Makroobjektiv, mit Zwischenringen oder einem Balgengerät machen, bei denen durch den Objektivauszug ein Verlängerungsfaktor erforderlich ist, müssen Sie dies in Form eines Korrekturwerts berücksichtigen. In diesem Fall müssen Sie die Blende um den Korrekturwert öffnen, aber am Blitzgerät den unkorrigierten Wert einstellen.

Problematisch ist, daß sich der Sensor im Blitzgerät befindet und durch den Abstand zum Objektiv möglicherweise nicht den gleichen Ausschnitt sieht. Außerdem hat der Sensor des Blitzgeräts einen festen Blickwinkel, der insbesondere bei Verwendung von Weitwinkel- oder Teleobjektiven erheblich vom Bildwinkel des Objektivs abweichen kann. Dadurch kann es zu beträchtlichen Fehlbelichtungen kommen.


Mit Computerblitzgerät ohne automatischer Blitzsynchronzeiteinstellung

Bei Verwendung von Computerblitzgeräten und/oder einer Kamera ohne automatische Blitzsynchroneinstellung erfolgt die Bedienung genauso wie mit automatischer Blitzsynchroneinstellung. Der einzige Unterschied ist, daß Sie immer daran denken müssen, die Blitzsynchronzeit oder eine längere Belichtungszeit an der Kamera einzustellen.


Mit manuellem Blitzgerät

Bei einem manuellen Blitzgerät fehlt nicht nur die automatische Einstellung der Blitzsynchronzeit sondern auch die Blitzleistungsregelung. Vielmehr wird beim Zünden des Blitzes eine bauartbedingte Lichtmenge ausgesandt. Diese Lichtmenge wird vom Hersteller als Leitzahl angegeben. Beim direkten Blitzen müssen Sie erst einmal den Abstand zum Objekt schätzen. Dann teilen Sie die Leitzahl durch die geschätzte Entfernung und erhalten so den Blendenwert, den Sie am Objektiv einstellen müssen - ggf. unter Berücksichtigung von Korrekturwerten.

Beim indirekten Blitzen wird es so kompliziert, daß eine richtige Belichtung schon nahezu zur Glückssache wird. Abgesehen davon, daß Sie die Entfernung "über Bande" schätzen müssen, müssen Sie zusätzlich schätzen, wie stark die Decke oder die Wand das Licht streut, d.h. wie stark der Lichtverlust an der Reflexionsfläche ist. Ein Spiegel verursacht nahezu keinen Lichtverlust, aber eine weiße Reflexionsfläche mit rauher Oberfläche läßt sich schwer einschätzen und kann durchaus 2 Blendenstufen betragen.


Empfehlung

Bevor Sie eine Kamera kaufen, sollten Sie sich Gedanken machen, ob Sie möglicherweise Blitzaufnahmen anfertigen wollen. Wenn Sie diese Frage mit ja beantworten, sollten Sie sich unbedingt eine Blitz-TTL-fähige Ausrüstung kaufen, denn alles außer TTL-Blitzsteuerung ist unnötig umständlich und fehlerträchtig. Sie würden sich über kurz oder lang über mißlungene Aufnahmen oder einfach nur über die umständliche Bedienung ärgern. Dies hat womöglich zur Folge, daß Sie dann nochmals Geld ausgeben, um eine Kamera und ein Blitzgerät mit Blitz-TTL-Steuerung zu kaufen. Bei TTL-Blitzsteuerung muß lediglich der Betriebsartenschalter des Blitzgeräts einmal in Stellung TTL gebracht werden, wo er das ganze Blitzgeräteleben lang bleiben kann. Sobald das Blitzgerät mit der Kamera verbunden ist und eingeschaltet wird, werden alle notwendigen Einstellungen automatisch vorgenommen, so daß Sie nur eine einzige Sache falsch machen können: Die Leistungsfähigkeit des Blitzgeräts überschätzen. Wenn Sie beispielsweise im Fußballstadion das Geschehen in 100 m Entfernung mit Blende 16 aufnehmen wollen, benötigen Sie ein Blitzgerät mit Leitzahl 1600. Solche Blitzgeräte gibt es nicht. Ihr Blitzgerät mit vielleicht Leitzahl 45 würde in diesem Fall zwar alles an Lichtleistung geben, was es kann, aber dies reicht zur Belichtung bei weitem nicht aus. Die Unterbelichtung wäre so eklatant, daß sich das Licht des Blitzgeräts auf dem Film in keinster Weise bemerkbar machen würde. Selbst bei einem hochlichtstarken Teleobjektiv mit einer Lichtstärke von 1:2,8 wäre eine Leitzahl von 45 lediglich für eine Entfernung von 16 m ausreichend, um eine ausreichende Belichtung zu gewährleisten.

Wenn Ihr Budget stark beschränkt ist und Sie höchstens in die Verlegenheit kommen werden, Blitzaufnahmen von Personen in mittlerem Abstand anfertigen zu müssen (Familienfeier, Party etc.), ist es eine Überlegung wert, ob eine preiswerte Kamera ohne TTL-Blitzmessung in Verbindung mit einem Computerblitzgerät mit automatischer Blitzsynchroneinstellung für Sie eine tragbare Alternative ist. Denn einerseits ist z.B. eine KR-10 Super oder eine XR-7 auf dem Gebrauchtmarkt etwas preiswerter als eine XR-P oder eine XR-X und andererseits treten bei solchen Personenaufnahmen erfahrungsgemäß keine gravierenden Fehlmessungen auf.
  

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