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Inhalt:
Grundsätzliches
Einäugige Spiegelreflexkamera
Zweiäugige Spiegelreflexkamera
Sucherkamera
Plattenkamera / Fachkamera
Welche Kamera wählen?
  Weitere Themen:
Bedienung einer SLR-Kamera
Digitalkameras
Ricoh-Kameras



Grundsätzliches

Eine Kamera besteht im wesentlichen aus zwei Bestandteilen, nämlich einerseits dem sogenannten Kameragehäuse und andererseits dem bildgebenden Element, dem Objektiv. Das Kameragehäuse beinhaltet normalerweise vor allem den Bildsensor plus dessen Elektronik bzw. den Filmtransport, den Verschluß und bei nicht sehr alten Kameras auch den Belichtungsmechanismus. Es gibt mehrere Bauarten von Kameras, die nachfolgend beschrieben sind. Objektive bestehen in aller Regel aus mehreren Linsengruppen, die entweder fest oder beweglich in einer Fassung angeordnet sind. Mehr zu Objektiven finden Sie in  Foto-Objektive


Einäugige Spiegelreflexkamera

Der Begriff Spiegelreflexkamera bedeutet, daß Sie durch den Sucher durch das jeweils montierte Objektiv genau das sehen, was später auch auf den Film bzw. den Sensor kommt, weil über einen Spiegel das Bild in den Sucher umgeleitet wird, wenn nicht gerade belichtet wird (Aufbau siehe  Bedienung einer SLR-Kamera). Statt auf dem Film bzw. Sensor landet es daher über den Sucher im Auge des Kamerabenutzers. Beim Auslösen klappt der Spiegel hoch und ganz kurz darauf öffnet der eigentliche Verschluß. Umgekehrt wird nach Ablauf der Belichtungszeit zuerst der Verschluß geschlossen, und dann der Spiegel wieder heruntergeklappt. All dies passiert beim Betätigen des Auslösers einer modernen Spiegelreflexkamera, kurz auch SLR (Single Lens Reflex Camera) genannt, automatisch ohne weiteres Zutun des Anwenders.

Der größte Vorteil, der auch zu einer sehr weiten Verbreitung geführt hat, liegt darin, daß man im Sucher genau das sieht, was man auch aufnimmt. Auch die Belichtungsmessung orientiert sich an dem, was wirklich auf den Film kommt, und äußert sich in erhöhter Präzision. Nachteilig ist, daß diese Art von Kameras aufgrund des schwenkbaren Spiegels nicht "beliebig" klein gebaut werden können und daß man während der Belichtung das Motiv nicht mehr sieht, da ja der Spiegel hochgeklappt wird. Letzteres ist aber wirklich nur sehr, sehr selten und nur bei sehr langen Belichtungszeiten wirklich ein Nachteil.

Einäugige SLRs sind (bzw. waren) in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich: Mit und ohne Belichtungssteuerung, mit und ohne automatische Entfernungseinstellung (Autofocus) und von APS- über Kleinbild- bis zum Mittelformat. Digitale SLRs sind stets mit Belichtungssteuerung und Autofokus ausgestattet und mit Sensoren von APS- über Kleinbildformat (gern "Vollformat" bezeichnet) bis zu Formaten leicht über dem Kleinbildformat. Ein sehr großer Vorteil gegenüber den meisten anderen Kamerakonzepten ist, daß man an einem Kameragehäuse verschiedene Objektive mit verschiedenen Brennweiten verwenden kann.


Zweiäugige Spiegelreflexkamera

Zweiäugige Spiegelreflexkameras arbeiten im Grunde genommen genauso wie einäugige Spiegelreflexkameras. Aufgrund des feststehenden Spiegels sieht man allerdings nicht durch das Aufnahmeobjektiv sondern durch ein eigenes Objektiv, das zusätzlich zum Aufnahmeobjektiv vorhanden ist. Dadurch wird der Nachteil der einäugigen SLRs, daß man während der Belichtung nichts sieht, vermieden. Außerdem ist das Auslösegräusch sehr gering, da die recht hohe Masse des Spiegels hier nicht bewegt werden muß und die Kamera mit einem Zentralverschluß im Objektiv ausgestattet ist, der aufgrund seines Aufbaus und der geringeren bewegten Massen geräuschärmer arbeitet als der bei einäugigen Spiegelreflexkameras übliche Verschluß vor dem Film. Den Vorteilen steht aber insbesondere der Nachteil gegenüber, daß ein zweifach vorhandenes Objektiv auch doppelte Kosten bedeutet. Da ein gutes Objektiv ohnehin schon teuer ist, ist der Einfluß auf den Kamerapreis sehr groß, auch wenn das Objektiv für das Sucherbild oft einfacher und damit billiger als das Objektiv für die Aufnahme. Außerdem entsteht dadurch, daß die beiden Objektive sich natürlich nicht an der gleichen Stelle befinden können, bei Nahaufnahmen ein Parallaxefehler, d.h. Sucherbild und aufgenommenes Bild besitzen einen Versatz, dessen Höhe vom Objektabstand abhängt. Es gibt sie zwar noch, aber zweiäugige Spiegelreflexkameras sind nur als Mittelformatkameras erhältlich, also von der Industrie eher für engagierte Amateure und Profis gedacht. Allein der in der Regel hohe Preis verbietet den Einsatz als "Knipsgerät". Automatiken gibt's übrigens keine. Zweiäugige SLRs sind bislang nur als Analogkameras erhältlich, und das wird sich voraussichtlich auch nicht ändern.


Sucherkamera

Sucherkameras sind insbesondere bei Knipsern sehr beliebt, da heutige Modelle z.T. recht preisgünstig sind und zudem fast alles "von alleine machen". Was den Automatisierungsgrad angeht, stehen ihnen aber moderne Spiegelreflexkameras (ohne Zusatz "zweiäugig" ist immer die einäugige gemeint) in nichts nach. Diese Einsicht verbreitet sich nach der komplizierten Bedienung vergangener Jahre aber erst langsam. Bei Sucherkameras entfällt im Vergleich zu SLRs der Klappspiegel, weshalb diese theoretisch erheblich kleiner sein müßten. Leider trifft dies bei den analogen Kameras fast nur bei der abgebildeten Minox mit manueller Scharfstellung tatsächlich zu. Sie ähneln in gewisser Weise zweiäugigen Spiegelreflexkameras. Allerdings wird das hochwertige Objektiv für den Sucher und der Umlenkspiegel usw. durch eine sehr einfache Konstruktion, die man schlicht Durchsichtsucher nennt, ersetzt. Resultat ist ein winzig kleines Sucherbild mit aufgemaltem Rahmen, welches den Bildbereich angeben soll, der auf dem Film landet. Sucherkameras gibt es übrigens nicht nur im Kleinbildformat, sondern in nahezu allen Filmformaten. Interessanterweise werden auch heute noch einige Sucherkameras im Mittelformat gebaut.

Den Vorteil von Sucherkameras, im Prinzip sehr leise zu arbeiten, straften die lange Zeit üblichen Kleinbildmodelle leider mit ihrem zum Teil sehr lauten und nervtötenden Filmtransportgeräusch glatt Lügen. Ein wirklicher Vorteil ist, daß Modelle mit Festbrennweite in der Tat sehr klein sein können. Diese dienen dann auch häufig gute Dienste als Immer-dabei-Kamera in der Hand erfahrener Fotografen, die mit der Limitierung dieser Kameraspezies umgehen können. Modelle mit Objektiven variabler Brennweite (Zoom-Objektiv) sind hingegen leider relativ unhandlich, haben eine schlechte Objektivqualität und sind zudem vergleichsweise teuer. Weitere Nachteile von Sucherkameras sind die aufgrund technischer Gründe grundsätzlich schlechtere Qualität der Belichtungsmessung sowie bei Autofocus-Modellen die fast immer sehr große Zeitverzögerung zwischen dem Druck auf den Auslöser und der Belichtung. Wirkliche Schnappschüsse sind damit fast unmöglich. Vielmehr kann es bei schnell bewegten Objekten sein, daß sie sich bis zum Öffnen des Verschlusses schon längst außerhalb des Bildbereichs befinden.

Digitale Sucherkameras sind grundsätzlich so aufgebaut wie analoge Sucherkameras, wobei heutzutage bei den meisten Modellen auf einen optischen Sucher verzichtet wird und man stattdessen auf den Monitor auf der Rückseite der Kamera vertraut. Solche digitalen Sucherkameras sind meistens deutlich kleiner als ihre analogen Kleinbildkollegen, weil kein Platz für Filmpatrone und Filmtransport notwendig ist und andererseits der Sensor ganz erheblich kleiner als das Kleinbildformat ist. Ein kleineres Bildformat hat unmittelbar deutlich kürzere Brennweiten zur Folge, wodurch der Volumenbedarf deutlich sinkt. Besonders kompakte digitale Sucherkameras sind daher erfreulicherweise tatsächlich hosentaschengeeignet.

Zwar ist bei Sucherkameras bis auf ganz wenige und überdies extrem teure Ausnahmen das Objektiv fest eingebaut, aber trotzdem gibt es Dinge, die Sie über  Objektive wissen und beim Kauf beachten sollten.


Plattenkamera / Fachkamera

Eine nur engagierten Amateuren und absoluten Profis vorbehaltene Kameraart kennen Sie sicher aus alten Filmen: Die Plattenkamera. Das Prinzip ist immer noch dasselbe wie vor hundert Jahren. Ein Objektiv mit eingebautem Verschluß sitzt in der Frontstandarte, die nahezu beliebig gekippt, gedreht und geschwenkt werden kann. Dahinter angeordnet ist ein langer Faltenbalg, an dessen anderem Ende die Plattenaufnahme angebracht ist. Zum Einstellen wird stattdessen eine Mattscheibe eingesteckt und abgedunkelt unter einem sogenannten Einstelltuch (ja, genauso wie in alten Filmen!) das Bild auf der Mattscheibe eingestellt und beurteilt. Danach wechselt man die Mattscheibe gegen ein Magazin aus, das den Film im Format von mindestens 9x12 cm enthält, und belichtet. Negativformate bis 18x24 cm sind handelsüblich und bieten eine atembraubende Bildqualität, die Abzüge von Kleinbildfilmen richtig alt aussehen lassen.

Automatiken gibt's natürlich absolut gar keine. Dem Vorteil, sämtliche Freiheiten zu haben, die Aufnahmen ermöglicht, die mit keiner anderen Kameraart möglich sind, stehen zahlreiche Fehlermöglichkeiten und viel Arbeit und Zeit beim Einstellvorgang entgegen. Schnappschüsse sind mit einer solchen Kamera absolut unmöglich. Zudem ist die Schärfentiefe aufgrund des großen Bildformats sehr gering, so daß normalerweise stark abgeblendet werden muß. Ein sehr stabiles Stativ in der Preisklasse, die andere Leute für eine SLR incl. Objektiv für übertrieben teuer halten, ist natürlich Grundvoraussetzung. Diese Sorte Kameras ist natürlich für schnelle Aufnahmen "aus der Hand" absolut ungeeignet, für qualitative Höchstleistungen aber geradezu prädestiniert. Eine Digitalversion gibt es nicht, aber man kann natürlich ein digitales Rückteil verwenden. Das Aufnahmeformat sinkt dabei allerdings rapide auf weniger als Mittelformatformat, weshalb davon wenig Gebrauch gemacht wird.

Ein Sonderfall stellt die im Foto abgebildete Fuji GX680 dar, deren Produktion mittlerweile leider eingestellt wurde. Es handelt sich dabei zwar "nur" um eine einäugige Spiegelreflex-Mittelformatkamera mit dem unüblichen Format 6x8 cm, aber sie besitzt dank des Balgens alle Verstellmöglichkeiten einer Fachkamera: Man kann das Objektiv sowohl schwenken und kippen als auch horizontal und vertikal verschieben, wie dies auf dem Foto links demonstriert ist. Trotzdem handelt es sich um eine für Mittelformatverhältnisse sehr moderne Kamera mit auswechselbaren Filmmagazinen, bei der alle wesentlichen Funktionen elektrisch gesteuert sind. Sie verfügt sogar standardmäßig über einen motorischen Filmtransport, der in die Filmmagazine integriert ist. Im größerformatigen Mittelformat ist es zwar gängige Praxis, die Belichtung mittels eines externen  Hand-Belichtungsmessers zu ermitteln, aber es gibt sogar einen AE-Sucher, der die Kamera um die Funktion Zeitautomatik erweitert. Der einzig mir bekannte wirkliche Nachteil ist, daß sowohl die Kamera als auch die Objektive und Zubehörteile extrem teuer sind; der Neupreis der Grundausstattung erreichte locker denjenigen eines nagelneuen Kleinwagens (gebraucht mittlerweile natürlich erheblich günstiger).


Welche wählen?

Amateure und Profis wissen ziemlich genau, welche Kamera(s) sie brauchen. Deshalb steht eigentlich nur zur Debatte, welche Kameras für Anfänger geeignet sind. Ich persönlich würde diese Frage eigentlich nur vom Platz und vom Gewicht abhängig machen. Denn eine Kamera, die nur zu Hause liegt, weil sie zu schwer und/oder zu groß ist, ist nichts wert, auch wenn sie technisch tausendmal besser ist als eine kleine, leichte Kamera, die man in der Hosentasche oder im Jacket immer dabei hat. Man sollte diesen Aspekt absolut nicht unterschätzen.

Sozusagen hosentaschengeeignet sind nur möglichst kleine Sucherkameras mit einem Objektiv mit fester Brennweite. Leider bieten diese die geringsten Variationsmöglichkeiten. Eine solche Kamera besitze aus den erwähnten Gründen aber auch ich.

Sofern eine Kamera nicht mühelos (!!!) in die Hosentasche paßt, ist es eigentlich nicht mehr so wichtig, wie groß und schwer sie genau ist. In einem solchen Fall möchte ich Ihnen eine moderne Spiegelreflexkamera mit Autofocus anstatt einer Sucherkamera empfehlen. Denn erstens sind auch Sucherkameras mit Zoom-Objektiv ziemlich teuer und zweitens kann man sie nicht z.B. mit anderen Objektiven erweitern. Drittens sind die eingebauten Objektive meistens nicht nur qualitativ schlechter als solche von Spiegelreflexkameras sondern außerdem deutlich lichtschwächer. Dies bedeutet, daß man mit einer SLR noch locker Aufnahmen machen kann, wo man sich dies mit einer solchen Sucherkamera verkneifen muß, weil es für das eingebaute Objektiv zu dunkel ist. In Punkto Automatik kann man sagen, daß moderne SLRs genauso wie Sucherkameras zum "Durchgucken und Draufdrücken" geeignet sind, man aber auf Wunsch zusätzlich auch manuell eingreifen kann.


Sucherkamera

Bis auf ganz wenige exotische Ausnahmen werden analoge Sucherkameras heutzutage nicht mehr hergestellt, so daß für Anfänger nur eine digitale Sucherkamera zur Debatte steht. Der große Vorteil für Anfänger ist, daß man sich die Fotos unmittelbar nach der Aufnahme ansehen kann. Fehler in der Bildgestaltung, Belichtungsprobleme etc. kann man daher sofort und nicht erst nach dem Entwickeln des Films entdecken und ggf. durch eine weitere Aufnahme ausmerzen. Solche Kameras sind neben Autofokus und einer automatischen Belichtungssteuerung mit etlichen elektronischen Heinzelmännchen ausgestattet, die die Quote der technisch gelungenen Aufnahmen erhöhen sollen. Nachteilig sind bei solchen Kameras vor allem, daß ihr Gebrauch bei sehr hellem Sonnenschein eingeschränkt ist, weil man auf dem als Sucher fungierenden Monitor dann kaum mehr etwas erkennen kann. Ein anderer Nachteil ist, daß die Bildsensoren im Vergleich zum Kleinbildformat winzig klein sind und daher stark rauschen. Dieses Rauschen ist zwar meistens nicht mehr im fertigen Bild sichtbar, aber durch die allgegenwärtige Rauschunterdrückung kommt es je nach Beleuchtungsbedingungen zu deutlich sichtbaren Artefakten. Der winzige Sensor hat gleichzeitig aufgrund physikalischer Gesetze einen sehr großen Schärfentiefenbereich zur Folge, wodurch viele Aufnahmen von vorn bis hinten scharf sind. Das Betonen des Hauptmotivs durch geschickte Wahl der Schärfentiefe ist so nahezu gänzlich ausgeschlossen. Weitere Nachteile sind der große Stromhunger, weshalb ein Reserveakku wärmstens zu empfehlen ist, und die bei manchen Modellen sehr große Auslöseverzögerung. Ein großer Vorteil ist hingegen, daß man eine digitale Sucherkamera stets in der Hosentasche griffbereit mitführen kann, wenn man beim Kauf auf eine möglichst kleine Kamera achtet.





Beim Kamerakauf sollten Sie auf eine möglichst hohe Lichtstärke des Objektivs achten. Standard sind 1:2,8. Es gibt auch ziemlich teure Sucherkameras mit höherer Lichtstärke, z.B. 1: 2,0. In letzter Zeit gehen aber leider viele Hersteller aus Preisgründen dazu über, lichtschwächere Objektive zu verbauen, was in meinen Augen absoluter Schwachsinn ist. Wichtig ist auch ein Autofocus. Sogenannte Fixfocus-Objektive verzichten auf eine Entfernungseinstellung völlig, sondern versuchen, durch Abblenden den Schärfentiefebereich soweit zu vergrößern, daß er den üblichen Bereich abdeckt. Dies geht natürlich mit einer sehr geringen Lichtstärke einher, so daß solche Kameras schon durch das Raster "möglichst hohe Lichtstärke" sang- und klanglos durchfallen.

An elektronischen Heinzelmännchen benötigen Sie deutlich weniger als Ihnen viele Kamerahersteller und vor allem Verkäufer weißmachen wollen (oder haben Sie schon jemals die 27 Programme Ihrer Geschirrspülmaschine wirklich benötigt?!). Absoluter Standard sind Autofocus, automatischer Filmtransport incl. Filmeinfädeln und ein eingebautes Miniblitzgerät. Da das Haupt-Fotomotiv oft nicht in der Mitte liegt, wo der Autofocus mißt, ist meiner Meinung nach ein Schärfespeicher extrem wichtig. Damit kann man dem Autofocus sagen, auf welches Objekt er scharfstellen soll. Sofern vorhanden, erfolgt dies meistens durch leichtes Drücken des Auslösers. Typisches Beispiel ist die Aufnahme von zwei Personen je rechts und links der Bildmitte. In diesem Fall würde der Autofocus zwischen den beiden Personen durchgucken und auf den Hintergrund scharfstellen. Für fortgeschrittene Benutzer sinnvoll ist zudem eine Eingriffsmöglichkeit derart, daß er bei Gegenlichtaufnahmen reichlicher belichten kann. Diese Eingriffsmöglichkeit ist jedoch selten.


Spiegelreflexkamera

Sogenannte Einsteigerkameras können heutzutage in einen "Durchguck-und-Draufdrück"-Modus versetzt werden, indem man alle Automatiken aktiviert. Auch hier werden im Zuge des Kampfes um Marktanteile leider absolut unnötige elektronische Helferlein eingebaut, die die Bedienung nur unnötig verkomplizieren. Standard sind Autofocus, automatischer Filmtransport incl. Filmeinfädeln und nicht selten auch ein eingebautes Miniblitzgerät. Wer oft mit Blitz fotografiert, ist mit einem aufsteckbaren, leistungsfähigeren Blitzgerät jedoch deutlich besser bedient. Die unter  Sucherkameras beschriebenen Einflußmöglichkeiten wie Schärfespeicher und Belichtungskorrektur sind außer bei extremen Billigkameras von namhaften Marken fast ausnahmslos Standard. Sehr sinnvoll ist ein Einstellrad in der Nähe des Auslösers, mit dem man die von der Kamera vorgeschlagene Kombination aus Blende und Verschlußzeit ändern kann (natürlich nur, wenn man will). Mit dieser Einrichtung kann man sich den ganzen Blödsinn wie Motivprogramme, Chipkarten usw. schenken. Oder suchen Sie zuerst einmal das richtige Programm zu Ihrem Motiv? Wenn ja, wäre vielleicht doch eine Plattenkamera das Richtige für Sie, denn der Zeitbedarf zum Einstellen dürfte kaum höher als das Suchen nach der richtigen Chipkarte bzw. das Durchhangeln durch verschachtelte Menüs!

Das Kameragehäuse sorgt lediglich für den Filmtransport, Scharfeinstellung und die Belichtung. Wichtig ist ein Mindestmaß an mechanischer Stabilität. Insbesondere muß unbedingt das Kamerabajonett, über das die Objektive an der Kamera befestigt werden, aus Metall und keinesfalls aus Kunststoff bestehen, da es auf sehr enge Toleranzen ankommt, damit das Objektiv nicht an der Kamera wackelt. Kunststoff ist zudem nicht stabil genug, weil er sich unter Belastung verbiegt und schnell verschleißt.

In mehr als 90% der Fälle wird die Belichtungsautomatik richtig belichten, also sollten Sie ihr auch trauen. Als Anfänger werden Sie zudem kaum in die Verlegenheit kommen, es besser zu wissen als die Automatik. Aber welche Kombination aus Blende und Verschlußzeit die Kamera aus der gemessenen Belichtung macht, ist manchmal verbesserungswürdig. Anhand einfachster Faustregeln kann auch ein Anfänger erkennen, wann eine andere Kombination günstiger wäre. Deshalb ist auch das besagte Einstellrad ("Programm-Shift") so enorm sinnvoll. Wenn die Kamera beispielsweise 1/30 s bei Blende 11 vorschlägt, Sie aber ein Objektiv mit langer Brennweite (d.h. Verwacklungsgefahr) verwenden, wäre 1/250 s bei Blende 4 deutlich günstiger, was übrigens die gleiche Lichtmenge auf den Film bringt. Falls das Ihnen zu kompliziert vorkommt: Sie können auch einfach auf den Auslöser drücken; die Aufnahme wird allermindestens genauso gut werden wie bei einer Sucherkamera.

Ebenfalls sinnvoll ist die Möglichkeit, die Blende testweise auf den eingestellten Wert zu schließen, um beobachten zu können, ob der Schärfentiefebereich ausreicht. Dieses Feature ist allerdings meistens teuren Kameras vorbehalten. Fast alle Kameras beherrschen neben Vollautomatik auch Blenden- und Zeitautomatik. Viel mehr braucht kaum jemand.

Das Objektiv hingegen sollten Sie mit Bedacht wählen. Der Trend geht leider dahin, daß man ein teures Gehäuse mit einem in der Branche meist recht wohlklingenden Namen erwirbt, dem ein mehr oder minder NoName-Objektiv beigelegt ist (mittlerweile gibt es, um keine Marktanteile abgeben zu müssen, leider auch von besagten Markenherstellern extreme Billigobjektive, die genauso schlecht sind). Eine solche Kombination ist deswegen absolut unvernünftig, weil das Objektiv und nicht das Kameragehäuse das Bild macht. Jedes noch so billige Kameragehäuse kann anständig belichten und Entfernungen messen (erfüllt also somit die grundlegenden Anforderungen), aber gerade bei Objektiven ist meistens die (Bild-)Qualität direkt proportional zum Preis. Wirklich schade ist, daß man den Kaufpreis von Objektiven nicht so direkt sieht wie bei Gehäusen. Denn dann würde das Objektiv die zentrale Rolle beim Kamerakauf spielen und das Kameragehäuse wäre sozusagen die Zugabe - so wie es eigentlich sein sollte. Wenn Sie ein billiges Gehäuse und ein noch billigeres Objektiv nehmen, ist die Qualität zwar immer noch deutlich besser als bei den Sucherkameras mit Zoom. Aber wenn Sie vor der Wahl stehen, sollten Sie lieber das billigste SLR-Gehäuse und ein eher teures Objektiv kaufen. Dies trifft natürlich dann nicht zu, wenn das Gehäuse extrem billig angeboten wird und infolge dessen auch so billig gemacht ist, daß es den Mindestanforderungen nicht entspricht. Ganz übel sind beispielsweise die Billigstkameras bekannter Marken, die mit einem Kunststoffbajonett ausgestattet sind, wodurch die Objektive wackeln wie ein Kuhschwanz.

Heutzutage werden außer für ganz spezielle Anwendungen fast nur noch Objektive mit variabler Brennweite, sogenannte Zoom-Objektive, angeboten. Mittlerweile haben gute Zoom-Objektive einen Qualitätsstandard erreicht, der es nur in Ausnahmefällen ratsam erscheinen läßt, Objektive mit Festbrennweiten zu kaufen (damit keine Mißverständnisse aufkommen: Ein Zoom-Objektiv für 159 Euro zählt auf gar keinen Fall zu den guten Objektiven!). Anfängern möchte ich jedenfalls Zoom-Objektive wärmstens empfehlen. Die wichtigsten Qualitätsmerkmale sind die Lichtstärke und die Verzeichnung. Die Lichtstärke ist aufgedruckt und sollte möglichst über den gesamten Brennweitenbereich 1:4,0 nicht unterschreiten, d.h. der minimale Blendenwert sollte bei keiner Brennweite größer als 4 sein. Achten Sie dabei genau auf den Aufdruck auf dem Objektiv, denn gerne wird der günstige Wert bei kürzester Brennweite groß aufgedruckt und der schlechte aber ausschlaggebende Wert bei längster Brennweite hingegen nur sehr klein. Die Verzeichnung sollte nicht so groß sein, daß gerade Linien am Rand stark nach außen (= tonnenförmige Verzeichnung) oder innen (= kissenförmige Verzeichnung) gebogen werden. Informationen hierzu können Sie unter  Objektive nachlesen.
   

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Letztes Update dieser Seite: 27.11.2013 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)