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Inhalt:
Allgemeines
Kalibrierung
Entwickeln
Füllmenge


Allgemeines

Das Entwickeln mit einer Rotationsentwicklungsmaschine gestaltet sich deutlich bequemer als das Hantieren mit einer Entwicklungsdose in einer Schüssel mit warmem Wasser, insbesondere wenn dieser mit einem Lift (einer Vorrichtung zum leichten Entleeren und Befüllen) ausgerüstet ist. Bevor Sie Ihren Prozessor das erste Mal in der Praxis ausprobieren können, müssen Sie zuerst einmal die korrekte Temperatureinstellung in einem Kalibriervorgang ermitteln.

Sobald Sie die korrekte Einstellung gefunden haben, kann es mit dem Entwickeln losgehen. Die Dose wird in absoluter Dunkelheit mit einem oder mehreren Filmen bestückt. Nach kurzer Angleichung der Dosentemperatur an die Prozeßtemperatur, werden dann nach und nach die verschiedenen Lösungen eingefüllt. Am Schluß wird der Film getrocknet, in handliche Streifen geschnitten, und schon ist er fertig.


Kalibrierung

Nach dem Kauf des Prozessors muß eine Temperatureinstellung gefunden werden, die die Entwicklertemperatur genau auf dem geforderten Wert von 37,8 °C hält. Dies ist jedoch mitnichten damit getan, daß man einfach 37,8 °C einstellt - auch nicht bei Geräten mit Digitalanzeige. Der Grund liegt darin, daß es ein Wärmegefälle zwischen dem Wassermantel und dem Entwickler in der Dose gibt. Außerdem ist die Temperatur im Wassermantel auch nicht absolut konstant sondern ortsabhängig. Weiterhin taucht nur ein kleiner Teil der Dose in den Wassermantel; der Rest wird von der Umgebungsluft gekühlt. Daraus ergibt sich grundsätzlich, daß der Wassermantel immer wärmer als die erforderliche Entwicklertemperatur sein muß. Die Frage, die es im Kalibriervorgang zu klären gilt, ist, um wieviel sie höher sein muß.

Machen Sie hierzu den Prozessor startklar, d.h. füllen Sie ihn mit vorgewärmtem Wasser. Am besten messen Sie schon jetzt die Temperatur und gießen solange warmes bzw. kaltes Wasser hinein, bis erstens der vorgeschriebene Füllpegel erreicht ist und zweitens die Temperatur bei ungefähr 38-39 °C liegt. Andernfalls benötigt der Prozessor recht lange, bis er die Betriebstemperatur erreicht hat. Die Flaschen für Entwickler usw. füllen Sie am besten ebenfalls mit Wasser der gleichen Temperatur. In der Entwicklerflasche sollte genausoviel Wasser enthalten sein wie später Entwickler benötigt wird. Beachten Sie hierzu bitte die Füllmenge der von Ihnen verwendeten Dose für Rotationsverarbeitung; er beträgt ziemlich genau die Hälfte der Füllmenge für Kippverarbeitung und ist bei den Jobo-Dosen außen aufgedruckt. Sodann schalten Sie das Gerät ein; allerdings hat der Motor zum Antrieb der Dose zunächst Pause. Stellen Sie eine Solltemperatur von 38 °C ein und warten Sie, bis der Prozessor diese Temperatur stabil eingeregelt hat, d.h. mindestens eine Viertelstunde. Danach kuppeln Sie Ihre Entwicklungsdose inclusive Innenleben (d.h. allen Filmspiralen und Achsrohr) an den Prozessor und wärmen sie 5 Minuten bei laufendem Motor (etwa 1 Umdrehung pro 2 Sekunden) an. Nehmen Sie die Entwicklerflasche, die die korrekte Menge Wasser (später Entwickler) enthält, aus dem Prozessor und messen Sie die Temperatur des darin befindlichen Wassers. Sie sollte so um die 38 °C betragen. Falls nicht, bitte mit einem separaten Wasserbad kurz aufheizen! Sodann warten Sie, bis die Temperatur von selbst auf die Einfülltemperatur gefallen ist. Diese beträgt 37,8 °C plus ungefähr 0,2°C für das Aufheizen des Innenlebens der Dose plus nochmal 0,2 °C bei Verwendung eines Lifts zur Kompensation der Wärmeverluste. Füllen Sie sodann das Wasser sofort in die Dose. Bei Betrieb mit Lift genügt hierzu das Eingießen in die Einfüllöffnung des Lifts; ohne Lift müssen Sie hierzu die Dose abkuppeln, den Gummideckel entfernen, das Wasser eingießen, den Gummideckel wieder aufsetzen und die Dose wieder ankuppeln - und das alles so schnell wie möglich. Mit Beginn des Einfüllens starten Sie Ihre Stoppuhr. Nach 15 Sekunden (bzw. 15 Sekunden nach dem Wiederankuppeln) kuppeln Sie die Dose vom Prozessor ab (auch bei Lift, bitte nichts verschütten!), stellen sie aufrecht in das Wasserbad des Prozessors, messen durch die Mitte die Temperatur und kuppeln die Dose sofort wieder an. Weicht die Temperatur, nennen wir Sie T1, von 37,8 °C ab, müssen Sie in Zukunft um die Differenz wärmer oder kälter einfüllen. Nach genau 3 Minuten kuppeln Sie erneut die Dose ab und messen die Temperatur, nennen wir Sie T2.

Weicht die Temperatur T2 nicht oder maximal um 0,3 °C von der Temperatur T1 ab, ist die Temperatureinstellung richtig. Größere Abweichungen müssen Sie durch entsprechende Änderung der Temperatur des Mantelbads ausgleichen. Stellen Sie hierzu die Solltemperatur Ihres Prozessors um die Differenz zwischen T2 und T1 höher bzw. tiefer ein. Vor einem erneuten Durchgang müssen Sie wieder mindestens eine Viertelstunde warten, bis der Prozessor die neue Temperatur stabil eingeregelt hat. Öffnen Sie die Dose, kippen das Wasser aus, nehmen deren Innenleben heraus und trocknen Sie Dose wie Spiralen. Führen Sie den kompletten Meßdurchgang so lange durch, bis alles stimmt. In aller Regel genügen insgesamt ein bis drei Durchgänge. Sollte dies bei Ihnen nicht zum Erfolg führen, empfehle ich, die Temperatur des Mantelbades an einer Stelle nahe der Dose an der Wasseroberfläche über mehrere Minuten zu beobachten. Sofern sich hier über die Zeit große Abweichungen ergeben, hilft ein kleiner Trick (zumindest bei Jobo-Geräten): Achten Sie auf die Anzeige der Heizung. Beginnen Sie den Meßvorgang dann, wenn das Licht angeht. So haben Sie zwar immer noch eine Temperaturänderung des Mantelbades, aber jetzt ist der Verlauf bei jedem Durchgang gleich.

Als Resultat des Kalibriervorgangs erhalten Sie eine Einfülltemperatur, die Sie in Zukunft einhalten müssen, und die Temperatureinstellung des Prozessors, die Sie in Zukunft verwenden müssen. Am besten halten Sie beide Werte in Ihrer Labordokumentation fest (falls Sie eine solche führen) oder schreiben diese Werte auf einen kleinen Zettel, den Sie am Prozessor einigermaßen wasserdicht unverlierbar befestigen (z.B. durch flächendeckendes Überkleben mit durchsichtigem Klebeband). So, und nun kann's losgehen mit dem Entwickeln!


Entwickeln

Machen Sie den Prozessor wie oben beschrieben startklar und stellen die Solltemperatur auf den im Kalibriervorgang gefundenen Wert. Setzen Sie die erforderlichen Lösungen nach Anweisung an. Mehrfach verwendbare Lösungen vom letzten Entwicklungsvorgang stellen Sie am besten vorher zum Anwärmen in eine Schüssel mit warmem Wasser. Die angesetzten Lösungen kommen in die Kunststoffflaschen des Prozessors und werden in die dafür vorgesehenen Öffnungen gesteckt, wo sie Prozeßtemperatur annehmen müssen. Inzwischen können Sie die Filme einspulen, die Entwicklungsdose lichtdicht verschließen und in den Prozessor zum Vorwärmen einsetzen. Die Drehzahl sollte auf die niedrigst mögliche Stufe geschaltet werden. Ungefähr eine Umdrehung in 2 Sekunden ist optimal. Nachdem der Entwickler die vorschriftsmäßige Temperatur erreicht hat, kann's losgehen.

Das Entwickeln eines Filmes gliedert sich in die nachfolgenden Arbeitsschritte, wobei die vorgegebenen Zeiten mit dem Start des Eingießens der Lösungen beginnen. Nach Ablauf der Zeit beginnt das Ausgießen. Unmittelbar danach wird die nächste Lösung eingefüllt. Hierbei müssen Sie sich nicht sonderlich beeilen außer beim Eingießen des Stoppbads, das die Entwicklung des Films durch die anhaftenden Reste des Entwicklers so schnell wie möglich stoppen soll. Bei einem Prozessor ohne Lift müssen Sie die Dose abkuppeln, auf den Tisch stellen, den Gummideckel abnehmen, den Inhalt ausgießen (über Trichter in eine bereitstehende Flasche), die neue Lösung einfüllen, den Deckel dicht sitzend aufsetzen und wieder ankuppeln. Mit Lift geht's einfacher: Den Hebel betätigen, und schon läuft der Inhalt über den Schlauch in die bereitgestellte Flasche. Dann den Hebel loslassen und die neue Lösung in die Öffnung des Lifts gießen - fertig!

Im Vergleich zum von Kodak vorgeschriebenen Prozeßablauf wurde ein Stoppbad zwischen Entwickeln und Bleichen eingefügt, um erstens den Entwicklungsprozeß sicher abzubrechen und zweitens die Verschleppung von Entwicklerlösung in das Bleichbad zu vermeiden. Denn einige Mililiter bleiben immer irgendwo hängen (auf dem Film selber, in den Filmspiralen und an der Dosenwand). Um die Verschleppung des Stoppbads in das Bleichbad zu vermeiden, wird kurz gewässert.

VorgangDauerTemperaturAnmerkung
AnwärmenMin. 2 min37-39 °CZur Angleichung der Dosentemperatur
Entwickeln3 min 15 s37,8 °CGefundene Einfülltemperatur beachten!
Stoppbadca. 30 s24 bis 40 °CEmpfehlenswert, aber bei Kodak nicht vorgesehen
Wässernca. 30 s24 bis 40 °Cdto.; muß bei Verwendung von Stoppbad durchgeführt werden
Bleichen6 min 30 s24 bis 40 °C 
Wässern3 min 15 s24 bis 40 °CZeit kann reduziert werden: Zuerst 30 s, dann Wasserwechsel und nochmal 30 s
Fixieren6 min 30 s24 bis 40 °C 
Schlußwässerung3 min 15 s24 bis 40 °CZuerst 15 s, dann jeweils Wasserwechsel nach 30 s, nochmal 30 s, 1 min und nochmal 1 min; diese Zeiten dürfen bis auf insgesamt ca. 15 min ausgedehnt werden.
Stabilisierungsbad1 min 30 s24 bis 40 °CSofern nicht im Filmtrockner getrocknet wird, Temperatur eher niedrig wählen, damit das Wasser abläuft anstatt zu verdunsten.

Das Stabilisierungsbad wird bei abgekuppelter Dose eingefüllt. Die Entwicklungsdose sollte aufrecht stehen und der Dosendeckel abgenommen sein. Im Vergleich zur liegenden Dose benötigen Sie ungefähr die doppelte Füllmenge.

Nach dem Baden des Films im Stabilisierungsbad, das auch Netzmittel zur Verminderung der Oberflächenspannung des Wassers enthält, wird der Film ohne weitere Wässerung zum Trocknen aufgehängt. Ob Sie hierfür einen Filmtrockner verwenden oder die Filme an einer Wäscheleine o.ä. aufhängen, ist für den Vorgang selber egal. Ich selbst trockne alle meine Filme im kühlen Keller an einem staubfreien, wenig frequentierten Ort. Hierbei hänge ich sie klatschnaß mit speziellen Filmklammern an eine Wäscheleine. Um Trockenflecken zu vermeiden, setze ich das Schlußbad mit entmineralisiertem Wasser an. Wenn der Film auch unten (dort trocknet er zuletzt) absolut klar ist und keine milchigen Stellen mehr hat, ist er trocken und kann in handliche Stücke geschnitten werden. Im Filmtrockner dauert das einige Minuten (geräte- und befüllungsabhängig), im kühlen Keller mehrere Stunden. Da ich meistens abends entwickle, haben die Filme die ganze Nacht zum Trocknen. Zur Archivierung verwende ich die üblichen Pergaminhüllen, die 7 Streifen mit 6 Aufnahmen fassen. Deshalb schneide ich sie in 6er-Streifen. Mit einer Schere ist das bei ruhiger Hand kein Problem. Sie können aber auch ein Diaschneidgerät verwenden. Schneiden Sie den Film einfach zwischen zwei Bildern möglichst mittig durch den hellen Streifen durch.


Füllmenge

Bei meinem Joboprozessor mit Lift habe ich mich lange Zeit gewundert, warum das Wasser im Prozessor schon nach nur wenigen Entwicklungsdurchgängen eine gelb-braune Färbung annahm. Die Farbquelle war leicht zu lokalisieren, nämlich das Bleichbad. Der Grund, warum mehr als nur ein paar Tropfen Bleichbad auslaufen, liegt darin begründet, daß die angegebene Mindestfüllmenge der Dosen zu hoch ist. Er liegt so hoch, daß aus einer waagerecht liegenden Dose Flüssigkeit herausläuft. Wegen der nicht 100%igen Wasserdichtheit des Kupplungsmechanismus' des Lifts läuft daher langsam der überschüssige Inhalt in das Mantelbad. Dies betrifft natürlich nicht nur das Bleichbad, das man an der Färbung leicht erkennen kann, sondern auch alle anderen Lösungen.

Da sicherlich die Dosen toleranzbehaftet sind, sollten Sie die Füllmenge experimentell ermitteln: Füllen Sie Ihre mit Filmspiralen bestückte Dose mit der empfohlenen Menge Wasser, kuppeln sie an den Lift und lassen sie mindestens eine Viertel Stunde unter Motorbetrieb laufen. Kuppeln Sie sie dann ganz vorsichtig durch Anheben an der Kupplungsstelle so ab, daß Sie kein Wasser verschütten. Entleeren Sie sodann die Dose vollständig (d.h. gut abtropfen lassen!) in ein Meßgefäß mit feiner abgestufter Skala und lesen Sie die Wassermenge ab. Sie erhalten auf diese Weise die maximale Füllmenge der Dose, bei der nichts mehr ausläuft. Diesen Wert sollten Sie in Zukunft möglichst genau einhalten, also weder über- noch unterschreiten. Deutliches Unterschreiten der Menge hätte zur Folge, daß möglicherweise die innerste Windung des aufgespulten Films nicht oder nur unzureichend entwickelt wird.
  

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