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Inhalt:
Allgemeines
Anfertigung von Testaufnahmen
Auswertung
Korrektur
Entwickler eintesten


Allgemeines

Sowohl ein neuer Filmtyp als auch ein neuer Entwickler sollte vor der Verwendung für wichtige Fotos eingetestet werden. Dies gilt für ambitionierte Fotografen, die das Äußerste aus ihren Filmen herausholen wollen, auch dann, wenn Entwicklertabellen bei einem fertig konfektionierten Entwickler die Entwicklungszeit für die von Ihnen verwendeten Filme angeben. In jedem Fall ist ein Eintesten erforderlich, wenn Sie einen Entwickler selbst angesetzt oder gar selbst entwickelt haben. Um zu verstehen, was hierbei gemacht wird, müssen Sie allerdings die Grundlagen der Sensiometrie verstanden haben. Hierzu empfehle ich entsprechende Fachliteratur.


Anfertigung von Testaufnahmen

Zur Anfertigung von Testaufnahmen benötigen Sie eine Kamera, ein Stativ, einen elektronischen Blitz und eine Graukarte. Sinnvoll ist auch eine Graustufentafel. Man wird hiermit zwar keine sensiometrischen Untersuchungen durchführen können, die einem wissenschaftlichen Anspruch genügen, jedoch ist dies auch nicht das Ziel. Vielmehr will man eine Entwicklungszeit finden, die für die betreffende Film-/Entwicklerkombination unter Verwendung des vorhandenen Vergrößerers und nicht zuletzt der eigenen Kamera ideal ist. Und wer Entwickler selbst ansetzt, will das Rezept in aller Regel so modifizieren, daß ein Optimum an Bildqualität dabei herauskommt.

Wenn Sie eine Graustufentafel besitzen, fotografieren Sie sie einfach formatfüllend ab, wobei Filmebene und Ebene der Graustufentafel parallel zueinander sein müssen (also nicht kippen) und als Unterlage eine Graukarte dient, da Graustufentafeln meist lang und schmal sind und damit eine formatfüllende Aufnahme nicht möglich wäre. Es darf im Meßbereich der Kamera nichts anderes als die Graukarte und die Graustufentafel zu sehen sein. Die Empfindlichkeit wird dabei zunächst laut Angabe des Herstellers eingestellt. Machen Sie ruhig drei oder mehr gleiche Aufnahmen, damit sich ein ausreichend großes Filmstück ergibt. Benutzen Sie als Lichtquelle möglichst ein elektronisches Blitzgerät. Nur dieses liefert Ihnen immer gleiche Beleuchtungsbedingungen und insbesondere eine immer gleichbleibende Farbtemperatur. Der Raum sollte so abgedunkelt sein, daß das Raumlicht mindestens 5 Blendenstufen unter der Belichtung durch den Blitz liegt. Fertig ist Ihre Testaufnahme.

Beim Kauf der Graustufentafel müssen Sie darauf achten, daß ihre Reflexion im Mittel derjenigen einer Graukarte entspricht. Überprüfen können Sie dies, indem Sie einmal die Belichtung bei konstanter Beleuchtung mit der Graustufentafel und mit der Graukarte messen. Bei gleichem Abstand muß Sie identisch sein. Falls dies nicht der Fall ist, muß die Testaufnahme so ausgeführt werden, daß die Graustufentafel auf der Graukarte so plaziert wird, daß sich keine Abweichung der Belichtungsmessung im Vergleich zur Graukarte alleine ergibt (ausprobieren).

Wenn Sie keine Graustufentafel besitzen, können Sie unterschiedliche Graustufen dadurch simulieren, daß Sie die Graukarte abfotografieren und dabei entsprechend unter- bzw. überbelichten. Für den ersten Schuß beginnen Sie mit 6 Blenden Unterbelichtung und machen weitere Aufnahmen mit 5, 4, 3, 2 und 1 Blendenstufen Unterbelichtung, eine mit normaler Belichtung und weitere Aufnahmen bis etwa 4 Stufen Überbelichtung in Schritten von 1 Blendenstufe. Mindestens die normal belichtete Aufnahme müssen Sie als Referenz kennzeichnen. Dies kann bei der Aufnahme z.B. durch einen kleinen schwarzen Punkt o.ä. (helle würden die Messung verfälschen) im Bild erfolgen.


Auswertung

Hierzu benötigen Sie einen Vergrößerer und ein Labor-Belichtungsmeßgerät oder -noch besser- ein Densiometer. Im Dunkeln können Sie die Kamera öffnen (ohne den Film zurückzuspulen!) und den Film am Patronenmaul abschneiden. Vorsicht: Hierbei den Verschlußvorhang nicht beschädigen! Das belichtete Stück ziehen Sie aus der Kamera heraus (vorher Rückspulknopf betätigen), spulen es in die Entwicklungsspirale und verschließen die Entwicklungsdose lichtdicht. Jetzt wird gemäß Herstellervorschrift entwickelt (mit dem gleichen Kipprhythmus, den Sie später verwenden wollen), fixiert, gewässert und getrocknet. Das Wässern kann kurz gehalten werden, da für diese Negative Archivbeständigkeit nicht gefordert wird. Bei selbst entwickelten Rezepten gibt es natürlich keine Herstellerangabe. Wählen Sie in diesem Fall einfach eine beliebige Zeit, die normalerweise zwischen 5 und 10 Minuten liegen sollte. Wichtig ist die konstante Einhaltung der Entwicklungstemperatur, die man einmalig zwischen 18 und 24 °C festlegt und später immer beibehält.

Legen Sie den Negativstreifen in den Vergrößerer oder das Densiometer und nullen Sie das Meßgerät auf ein blankes Stück Film, z.B. den Steg zwischen zwei Aufnahmen. Nun messen Sie die Felder der Graustufentafel aus und notieren sich jeweils die Dichte. Bringen Sie in Erfahrung, welches Feld als erstes geringfügig, d.h. zwischen 0,1 und 0,3 logD, über der Dichte der blanken Stelle liegt, auf das Sie das Meßgerät genullt hatten. Lesen Sie ab, um wieviele logD-Einheiten dieses Feld unter dem Neutralgrau (=Graukarte) liegt. Addieren Sie nun 2,1 logD-Einheiten zu dem gefundenen Belichtungswert und suchen das Feld mit diesem Wert (also im Original 7 Blendenstufen heller). Bringen Sie die gemessene Dichte in Erfahrung. Sie sollte 1,0 logD über dem gemessen Wert des Feldes liegen, das zwischen 0,1 und 0,3 logD über der Grunddichte liegt. Meistens ist dies aber nicht der Fall, so daß Anpassungen erforderlich werden.

Bei Verwendung eines Meßgeräts, das nur Belichtungszeiten anzeigt, müssen Sie einen Taschenrechner bemühen. Teilen Sie die gemessenen Zeiten durch die Zeit, die sich für eine blanke Stelle im Negativ ergibt, und drücken Sie die Taste "log" Ihres Taschenrechners. Der angezeigte Wert ist die logarithmische Dichte, die mit einem Offsetwert behaftet ist, der u.a. vom Vergrößerungsmaßstab abhängt. Dieser Offset ist aber kein Problem, weil für das Eintesten nur Relativwerte von Belang sind.

Wenn Sie keine Graustufentafel besitzen, müssen Sie die einzelnen Negative ausmessen. Ausgehend vom Neutralgrau des gekennzeichneten Negativs mit normaler Belichtung besitzt jede Belichtungsstufe nach oben oder unten von der Aufnahme her eine Dichte, die pro Stufe um 0,3 logD über bzw. unter der Referenzaufnahme liegt. Dies bedeutet, daß Sie die unterschiedlichen Dichten einer Graustufentafel durch Belichtung nachgebildet haben. Die Auswertung ist deshalb identisch mit der Vorgehensweise bei Verwendung einer Graukarte.

Da Sie den Film im Dunkeln am Patronenmaul abgeschnitten haben, können Sie den restlichen Film zunächst einmal nicht wieder einfädeln. Dem kann man aber ganz einfach abhelfen: Ziehen Sie im Hellen den Film wenige Zentimeter aus der Patrone heraus (gerade soviel wie nötig) und schneiden mit der Schere eine neue Lasche. Als Vorlage können Sie einen neuen Film nehmen.


Korrektur

Wenn die Dichtedifferenz kleiner als 1,0 logD ist, muß länger entwickelt werden. Ist die Dichtedifferenz größer als 1,0 logD, muß kürzer entwickelt werden. Die eingestellte Empfindlichkeit ist dann richtig, wenn das Feld mit einer Dichte zwischen 0,1 und 0,3 logD über der Grunddichte von der Belichtung her genau 1,5 logD (=5 Blendenwerte) unter Neutralgrau (=Graukarte) lag. Falls dies nicht der Fall ist, müssen Sie die Empfindlichkeit korrigieren. Sind es mehr als 1,5 logD, wird sie erhöht, andernfalls erniedrigt. Hierbei entsprechen 0,3 logD einer Blendenstufe.

Wiederholen Sie die Testaufnahme mit der korrigierten Entwicklungszeit und werten erneut aus. Dieser Vorgang muß so oft wiederholt werden, bis keine Korrekturmaßnahmen mehr erforderlich sind. Sofern Sie keine Graustufentafel besitzen, ist es von nun ab erforderlich, im Bereich der Empfindlichkeitsschwelle mit Belichtungen in 1/3-Blendenschritten zu arbeiten. Dies gilt ebenso für die Meßpunkte 1,5 und 2,1 logD darüber. Als Schwellenwert für eine geringe Schwärzung nimmt man nun 0,1 logD anstatt der in der Grobbestimmung verwendeten 0,1 bis 0,3 logD.


Entwickler eintesten

Falls Sie einen Entwickler eintesten, dessen Rezeptur Sie selbst entwickelt haben bzw. an dessen Rezeptur Sie feilen, müssen Sie im Rahmen der oben beschriebenen Korrekturmaßnahmen zusätzlich jedes Mal einen Schleiertest durchführen. Hiermit können Sie auch käufliche oder nach Rezept angerührte Entwickler überprüfen. Hierzu benötigen Sie neben dem Entwickler selbst eine identisch angesetzte Lösung, bei der die Entwicklersubstanzen fehlen.

Schneiden Sie im Dunkeln ein Stück Film ab und entwickeln diesen auf die gleiche Weise in der Lösung ohne Entwicklersubstanzen wie den soeben entwickelten Probestreifen. Fixiert, gewässert und getrocknet wird ebenfalls unter identischen Verhältnissen. Dann mißt man die Grunddichte und vergleicht sie mit derjenigen des Probestreifens mit den Testaufnahmen. Differieren die beiden Werte um mehr als 0,1 logD, neigt der Entwickler zu Schleier. Als Abhilfe muß mehr Antischleiermittel zugegeben werden. Ist nicht der geringste Schleier zu entdecken, haben Sie wahrscheinlich zuviel Antischleiermittel zugegeben, was die nutzbare Filmempfindlichkeit unnötigerweise reduziert; oder die verwendeten Entwicklungssubstanzen arbeiten, wie man sagt, klar und benötigen ohnehin keinerlei Antischleiermittel. Die richtige Dosierung von Antischleiermitteln hat Vorrang vor allen anderen Maßnahmen, weshalb Sie vor dem ersten Aufnahmedurchgang einen Schleiertest durchführen sollten.

Liegt die Entwicklungszeit unter 3 Minuten, arbeitet der Entwickler zu stürmisch und muß durch pH-Wert-Absenkung gezügelt werden. Denn Zeiten unter 3 Minuten sind nicht einigermaßen prozeßsicher zu handhaben. Liegt sie über 10 Minuten, muß der pH-Wert angehoben werden. Zwar könnte man die Entwicklungszeit beliebig verlängern, um die gewünschte Dichte zu erreichen, jedoch besteht die Gefahr, daß der Film durchweicht und die Silberkörner ihre Position verändern. Resultat wäre eine schlechte Schärfe. Durch pH-Wert-Änderung können Sie einen Entwickler auch in der Entwicklungszeit auf Ihren Filmtyp hin optimieren, indem Sie die Alkalimenge solange variieren, bis eine gewünschte Entwicklungszeit, die vorzugsweise um die 5 Minuten betragen sollte, erreicht wird. Bitte beachten Sie, daß starke pH-Wert-Änderungen auch Einfluß auf andere Eigenschaften als die Entwicklungszeit haben. Um bestimmte Eigenschaften eines Entwicklers zu erhalten, sollten Sie nicht zu sehr vom vorgegebenen Rezept abweichen. Lediglich der Grundschleier sollte immer auf der Basis eigener Beobachtungen eingestellt werden. Denn dies ist der erste Schritt zu einem optimal auf den jeweiligen Filmtyp abgestimmten Entwickler, der wirklich besser als jedes kommerzielle Produkt ist. Bei vorgegebenen Rezepten empfiehlt es sich, zuerst einmal nur die Hälfte des angegebenen Antischleiermittels zuzugeben und entsprechend den Vergleichsmessungen bis auf das erforderliche Maß zu erhöhen. Wenn Sie sich die insgesamt benötigte Menge notieren, können Sie beim nächsten Ansatz auf diesen Test verzichten.
  

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